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ADHS – Wie Sie (Selbst-) Überforderung Vermeiden

ADHS – Wie Sie (Selbst-) Überforderung vermeiden

Überforderung ist etwas, was Menschen mit ADHS sehr oft erleben. Sie fühlen sich überfordert. Sie sind überfordert.

Meist schiebt man die Ursache für das Überfordertsein auf das Umfeld: der Chef, der einem immer zu viele Aufgaben gibt, der Partner, der immer zu viele Ansprüch an einen stellt, die Kinder, die immer überwacht und erzogen werden müssen, die ganzen Verpflichtungen, denen man nachkommen muss...

Überforderung kann durch äußere Anforderungen und Gegebenheiten entstehen, man kann aber auch selbst zu seiner Überforderung beitragen.

Warum sollte man sich überhaupt um Überforderung kümmern und sich damit auseinander setzen? Ist es heutzutage nicht schon fast "normal", dass man überfordert ist in dieser hektischen, überladenen und auf Leistung ausgelegten Gesellschaft?

Ja, es ist eine gesellschaftlich Entwicklung. Aber NEIN, sich ständig überfordert zu fühlen und überfordert zu sein ist nicht "normal" und es ​muss ​auch nicht sein.

Überforderung raubt Energie, stört unsere Beziehungen, behindert uns bei der Arbeit, beeinträchtigt unsere Gesundheit. Chronische Überforderung hat einen hohen Preis.

Menschen mit ADHS sind sehr anfällig für Überforderung - Überforderung durch das Aussen, aber auch Überforderung durch sich selbst.

Es ist möglich, ​an der eigenen Überforderung etwas zu ändern. Sie sind dem nicht ausgeliefert.

​Sechs typische Gründe für Selbstüberforderung bei ADHS

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen sechs typische Muster vor, mit denen sich Menschen mit ADHS häufig ​selbst überfordern. 

Diese Muster haben meine Klienten im ADHS-Coaching immer wieder gezeigt​ und ich habe Sie hier einmal zusammengefasst.

Es spielen sowohl die besondere Neurobiologie bei ADHS als auch erlernte Denk- und Verhaltensmuster eine Rolle.

​Vier Strategien, um Selbstüberforderung zu vermeiden

​Und ich zeige Ihnen vier Strategien, wie Sie Ihre eigene Selbstüberforderung zukünftig reduzieren und vermeiden können und gebe Ihnen Beispiele dafür, wie das konkret aussehen kann.

​Das Audio (ca. 22 min), das Sie hören, ist ein Live-Ausschnitt aus dem Schmetterling-Club, meinem Online-Coaching-Programm für Erwachsene mit ADHS.

​Sie können das Audio direkt hier anhören oder sich mit Klick auf den Download-Pfeil rechts auch herunterladen (der Download funktioniert zur Zeit leider nicht in iOS).

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3.4 Sterne (45 Leser)

​Dauer: 22 min

​Wenn Sie auch immer wieder mit Überforderung zu tun haben, dann prüfen Sie einmal, wo und wie Sie ggf. selbst zu Ihrer Überforderung beitragen.

​ADHS-Menschen sind aufgrund Ihrer Veranlagung anfällig für Überforderung, aber Sie können lernen, sich zu schützen, für sich zu sorgen, überfordernde Muster und Situationen zu erkennen und gegenzusteuern.

Ich hoffe, dieser Beitrag trägt dazu bei (schönes Wortspiel an dieser Stelle ;-) ), dass Sie auch Schritt für Schritt Ihre eigene Selbstüberforderung reduzieren können.

Wenn Sie dabei Unterstützung suchen, dann wissen Sie ja, wo Sie mich finden.

Und hinterlassen Sie mir gerne unten einen Kommentar und teilen Sie mir mit, was Sie zu diesem Thema denken.

​Herzliche Grüße
Birgit Boekhoff

Dieser Beitrag hat 8 Kommentare
  1. Hallu Frau Boekhoff,

    auch ich bin froh, Ihre Seite gefunden zu haben, und gerade (Selbst) Überforderung ist mein größtes Problem. Da ich auch gerade erst die Diagnose ADHS in einer spe ialisierten Klinik bekommen habe (vorher war 10Jahre eine Borderlinestörung die Erklärung) fange ich gerade an, mich entsprechend zu informieren und mich anders zu organisieren (Terminplaner auf Whiteboard etc,, mehrere Bücher über ErwachsenenADHS mut einem AHA- Erlebnis nach dem anderen :-)) Obwohl mein Sohn schon seit 12 Jahren klar mit ADHS diagnostiziert war und behandelt wurde, ist doch vieles anders als Erwachsener.
    Liebe Grüße

  2. Wesentliche Probleme wurden angesprochen. Es ist zu beachten das ADHS Menschen meist emotional reagieren und nicht über die Situation nachdenken, also meisst erst hinterher denken. Hier ist es wichtig, das ADHS Menschen lernen sich selber Zeit mit einer Antwort zu geben. Kann ich das überhaupt? Habe ich überhaupt die Zeit dazu?

    Wenn ADHS unter Zeitdruck stehen so nützt manchmal auch dieses Training nicht mehr, so fallen Sie dennoch in die Gefahr meist die falsche Entscheidung getroffen zu haben. ADHS Menschen brauchen einfach mehr Zeit um bei einer Frage eine Antwort zu geben.

    Nicht immer ist es möglich zu sagen, ich muss mir das noch überlegen. Manchmal gibt es Situationen, wo ein ADHS Mensch sofort reagieren muss mit ja oder nein.

    Ein ADHS Mensch kann eine Situation viel schlechter einschätzen, als jemand der ADHS nicht hat. Selbstüberschätzung trifft häufig zu, deshalb habe ich gesagt, der ADHS braucht für seine Entscheidung genügend Zeit. Doch die Frage ist, gibt ihm das Umfeld diese Zeit. Und da muss ich sagen nein!!! Das Umfeld gibt ihm diese Zeit oftmals nicht.

    Weil er ADHS Mensch wie jeder andere Mensch behandelt wird und auf seine Schwächen somit auch keine Rücksicht genommen wird. ADHS ist nicht Trendy.
    Manche Menschen wollen sich gar nicht mit ADHS auseinandersetzen. Das würde nur unnötig Stress, Nerven, Zeit usw. verursachen.

    Und Überforderung. Ist es nicht oft der Massstab auch von Aussen die eine Überforderung hervorrufen. Ich verlange von dir das du. Und wenn man es nicht schafft. Du bist faul, du willst nicht arbeiten usw.

    Kenn ich aus dem eigener Erfahrung. ADHS Menschen laufen mit Schuldgefühlen herum. Manche Menschen nutzen das sogar zu ihrem Vorteil, andere verstehen es nicht und setzen den Massstab an, den sie von anderen Menschen erwarten und wollen nicht akzeptieren das ADHS Menschen nicht gleich normale Menschen sind und anderen haben auch schlicht einfach nicht die Geduld und die Nerven dazu, auch wenn sie ADHS kennen.

    Solange in den Schulen und in öffentlichen Nachrichten Menschen mit Behinderungen nicht in genügender Weise informiert wird, wie dies bei Alkohol, Drogen usw. heute schon in genüge getan wird, wird sich an diesem Zustand auch nicht viel ändern. Die Gesellschaft muss lernen, was Behinderungen sind und wie man mit Ihnen umgeht.

    Thomas

  3. Hallo Frau Boekhoff,
    Vielen Dank für diesen Beitrag – und Ihr Engagement. Sie bringen das Problem auf den Punkt.
    Aber was bedeutet es, sich beobachten, zu üben die Dinge so oder so anzufassen oder sich auf die eine oder andere Art zu verhalten? Ich persönlich schraube und montiere seit ich denken kann an mir selbst herum. Ihre Vorschläge und Ratschläge sind nicht wirklich neu. Irgendwie habe ich das alles schon einmal gehört, vielleicht nicht in dieser Form. Jeder Versuch, etwas davon umzusetzen, bedeutet meist nur ein weiterer Aspekt in dem ich scheitern kann oder mich disziplinieren muss.
    Ich bin heute 46 Jahre alt, seit 23 Jahren glücklich verheiratet, hoch qualifiziert und arbeite in einem vielseitigen Beruf. Auch wenn es nicht so aussieht, aber Überforderung ist für mich so etwas wie ein allgemeiner Normalzustand geworden.
    Aus meiner Sicht befinde ich mich in einem paradoxen Zustand. Übe ich weniger Selbstkontrolle, lasse die Zügel los oder mich selbst einfach laufen, überfordere ich mich durch all die Dinge, die ich erledigen möchte, sollte oder muss (genau so, wie in Ihrem Beitrag beschrieben). Versuche ich genau dass zu vermeiden, muss ich mich ständig beobachten, wachsam sein, nicht vergessen, was ich doch gerade üben wollte. Dann bin ich mit mir selbst überfordert und scheitere an mir selbst.
    Aber vielleicht liegt die Lösung ja tatsächlich in der Achtsamkeit, dass man seine eigenen Bedürfnisse kennen lernt und ernst nimmt, eben auf sich achtet und für sich sorgt. Nach meiner Erfahrung ist das auch keine leichte „Übung“. Zu viele Gedanken, Ideen lenken davon ab. Wenn ich wüsste ob es wirklich funktioniert, ob es sich lohnt die Energie dafür aufzubringen (die evtl. an anderer Stelle fehlt)?

    1. Lieber Alexander,
      ich verstehe gut, was Sie meinen. Auch Veränderungsbmühungen können stressen. Erfahrungsgemäß geht es besser, wenn man seine Veränderungsbemühungen eine Zeit lang fokussiert und nicht an 100 Ecken gleichzeitig etwas verändern will. „Baustellen“ auswählen, sich selbst daran erinnern (um es nicht im Alltag zu vergessen) und dann kleine Schritte machen. Es ist ein Projekt, ein privates „Veränderungsprojekt“. Und ja, für sich selbst immer besser zu sorgen und für die meisten von uns in der heutigen Zeit eine Lebensaufgabe. Das wird nie fertig sein.
      Machen Sie weiter, ein Thema nach dem anderen, Schritt für Schritt.
      Und suchen Sie sich in Ihrem Leben auch Zeiten und räume, wo Sie auch „floaten“ können. ADHS-Menschen brauchen das.
      Alles Gute!
      Herzliche Grüße
      Birigt Boekhoff

  4. Toller Beitrag! Die Strategien scheinen mir genau dort anzusetzen, wo es nötig ist. Außerdem ein toller Service von Ihnen, Frau Boekhoff, den Mitschnitt zur Verfügung zu stellen.
    Was halten Sie von Ted Levines Ansatz ADHS ähnlich einem Trauma zu behandeln?

      1. Liebe Frau Boekhoff,
        wieder ein prima Vortrag, für den ich als ADSler sehr dankbar bin. Ich bin ein stiller Nutzer Ihrer Beiträge und wünsche mir, dass Sie Ihre Internetauftritte weiterhin zur Verfügung stellen. Es sind die Wiederholungen der Strategien, die ich benötige, um immer wieder daran erinnert zu werden, sie anzuwenden. Denn einmal Gelesenes, oder Gehörtes ist entweder nicht im Langzeitspeicher angekommen, oder erst gar nicht konzentriert aufgenommen. Ich bediene mich zur positiven Einstellung noch weiteren App’s und Podcasts von Laura, Robert usw., mit deren Hilfe ich nach lebenslanger Depressionen und der späten ADS-Diagnose endlich und endgültig aus der Spirale entkomme.
        Es sind u.a. tägliche Rituale, wie morgendliche Danksagungen und zur Nacht die Erinnerung an das Gute vom Tag sich nochmal in Erinnerung zu rufen, die mir ebenfalls helfen. Toll, dass es Sie, liebe Frau Boekhoff, gibt.
        Dankeschön
        sagt Dietmar

        1. Lieber Dietmar,
          vielen Dank für Ihr tolles Feedback! Es freut mich, dass ich Sie mit meiner Arbeit unterstützen kann auf Ihrem Weg.
          Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.
          Herzliche Grüße
          Birgit Boekhoff

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