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Impulsivität Bei ADHS – Was Sie Bisher Noch Nicht Wussten Aber Wissen Sollten

Impulsivität bei ADHS – was Sie bisher noch nicht wussten aber wissen sollten

Wutanfälle, sich aufregen, Ausrasten, HB-Männchen, Rumpelstilzchen. Das verbinden die meisten mit dem Begriff „Impulsivität“ im Zusammenhang mit ADHS. Man kennt solche Kinder und Erwachsene.

Klar, die sind impulsiv.

Falls Sie zu den Menschen gehören, die immer wieder ungewollt ausrasten, dann finden Sie einen 3-Schritte-Plan zur Vermeidung von Ausrastern hier.

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Die ADHS-typische Impulsivität ist jedoch viel mehr als das.

Sie ist ein oft unerkanntes Monster, das einem das Leben schwer macht. Dabei kann sie sehr subtil und unauffällig sein. Sie verkleidet und versteckt sich. Man erkennt sie als solche mitunter gar nicht, wundert sich nur, warum man immer wieder so erschöpft und unproduktiv ist und irgendwie ständig dem eigenen Leben hinterher läuft.

Mit den oben genannten Ausrastern hat die Impulsivität bei vielen ADHS-Menschen gar nichts zu tun.

Impulsivität führt zu Überforderung

Impulsivität führt zu Überforderung

Es gibt viele ADHS-Menschen, die gar keine Ausraster und emotional impulsive Verhaltensweisen haben. Und dennoch sind sie impulsiv und die Impulsivität zerschießt ihnen den Alltag und das Leben.

In diesem Artikel stelle ich Ihnen die unerkannte und unterschätze Seite der Impulsivität vor und zeige Ihnen einen Ausweg daraus.

Impulsivität bei ADHS – mehr als Wutanfälle und Cholerik

Impulsivität, auch Leichtfertigkeit, bezeichnet ein Verhalten, bei dem der Handelnde spontan und ohne jede Erwägung selbst naheliegender Konsequenzen auf Außenreize oder innere Impulse reagiert. Das Verhalten wirkt auf Außenstehende situationsunangemessen, unkontrolliert und unbedacht. (Wikipedia)

Im Prinzip hat Wikipedia es hier sehr gut auf den Punkt gebracht.

Impulsivität im eigentlichen Sinne – und so, wie sie wirklich alle ADHS’ler betrifft, auch die die nicht ausrasten – ist:

Ungebremstes Handeln und Reagieren.

Impulsiv heißt zu schnell und ungebremst

Impulsiv heißt zu schnell und ungebremst

Zu schnell.
Zu unüberlegt.
Unpassend.
Ungeduldig.
Ungeplant.
Ohne Pause und Zwischenstopp.
Von einem zum anderen.
Vom Hölzchen aufs Stöckchen.
Ungesteuert.
Ungewollt.

Erkennen Sie sich wieder?

Impulsivität im Alltag – so sieht sie aus

Wer impulsiv ist in o.g. Sinne, der bemerkt immer wieder, dass er etwas sagt oder tut, das er HINTERHER gern ungeschehen machen würde. Weil es nicht passend war. Weil es vielleicht auch nicht so ganz freundlich war. Weil es schädlich war für einen selbst oder für einen anderen.

ADHS-Menschen erwischen sich immer wieder dabei, dass sie etwas gesagt oder getan haben, was sie eigentlich gar nicht wollten. Und dass sie die Dinge, die sie tun wollen, nicht getan haben.

Ich gebe Ihnen einige Beispiele, wie sich diese ADHS-Impulsivität im Alltag zeigen kann:

  • Man sagt, was einem gerade in den Kopf kommt.
    Man kann nicht abwarten, bis das Gegenüber ausgeredet hat, man unterbricht andere. Entweder, weil man den Moment des Prüfens verpasst oder weil man Angst hat, es zu vergessen. Man redet vielleicht ohne Punkt und Komma, kommt nicht zum Punkt und findet kein Ende.
  • Man macht, was einem gerade einfällt.
    Man bearbeitet gerade einen Brief, da fällt einem ein, dass man ja noch jemanden anrufen wollte. Zack springt man auf und telefoniert – der Brief wird mittlerweile vergessen. Man fängt ständig Dinge an, wie sie einem gerade einfallen. Dann unterbricht man sich selbst und springt zu etwas anderem, was einem gerade einfällt. So kommt man von morgens bis abends immer wieder von einem zum anderen. Ohne Pause. Ohne Planung. Ohne Kontrolle.
  • Man reagiert sofort auf alles, was auf einen zukommt oder was einem über den Weg läuft.
    Emails, Telefonklingeln, Arbeitskollegen, Kinder, facebook, whatsapp, herumliegende Klamotten, etc. Man sieht etwas und reagiert darauf. Man wird angesprochen und reagiert darauf. Man hört etwas und reagiert darauf.

Man könnte die ADHS-typische Impulsivität auch bezeichnen als permanenter unkontrollierbarer Reaktionsmodus.

Impulsivität – so richtet sie Schaden an

Jeder von uns kennt das in gewissem Maße auch von sich. Aber bei ADHS-Menschen ist dieser unkontrollierbare Reaktionsmodus an der Tagesordnung. Und zwar von morgens bis abends. Und am nächsten Tag wieder genauso. Jahrelang.

Wie lebt es sich damit?

Was bedeutet das für das eigene Leben?

Impulsivität bedeutet fehlende Steuerung und Kontrolle

Impulsivität bedeutet fehlende Steuerung und Kontrolle

Es bedeutet vor allem, ständig das Gefühl zu haben, keine Kontrolle über das eigene Leben zu haben. Keine Kontrolle über das eigene Handeln und Verhalten.

Man kann seine Ziele nicht erreichen. Man bekommt seine Vorhaben nicht umgesetzt. Man fängt 1000 Sachen an und bekommt sie nicht fertig, weil man immer wieder davon abkommt.

Was man will, das tut man nicht, was man tut, das will man nicht.

Menschen mit ADHS wissen häufig nicht, dass man das „Impulsivität“ nennt. Was sie bemerken ist nur, dass sie ihr Leben nicht unter Kontrolle haben und immer wieder an Ihren Zielen vorbei driften. Sie finden sich immer wieder in Situationen oder an Orten in ihrem Leben, wo sie gar nicht hinwollten.

Impulsivität zerstört Selbststeuerung, Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen.

Ganz davon abgesehen, dass sie auch die Produktivität und Leistungsfähigkeit senkt, sie stört Beziehungen, sie führt zu Überschuldung, Überforderung und Ausgebranntsein.

Impulsivität untergräbt ganz subtil aber stetig unsere Kontrolle und Lebensgestaltung.

Das positive an einer impulsiven Veranlagung

Der Begriff „Impulsivität“ ist in aller Regel negativ gemeint und im o.g. Sinne führt sie auch wirklich zu Problemen.

Aber es gibt auch eine andere Seite der Medaille.

Die Kehrseite von Impulsivität ist Spontanität.

ADHS-Menschen haben aufgrund Ihrer Veranlagung eine sehr hohe Reaktionsbereitschaft.

Im o.g. Sinne kann diese negativ sein und zu Problemen führen.

Auf der anderen Seite sind ADHS-Menschen aber auch eben häufig diejenigen, die einspringen, wenn Hilfe gebraucht wird.

Die zur Stelle sind, wenn Not am Mann ist.
Die spontan einspringen, wenn ein anderer ausfällt.
Die alles stehen und liegen lassen können, wenn ihr Einsatz gefragt ist.
Die Verantwortung übernehmen, wo andere sich immer raus halten.
Die risikobereit sind, wo andere zögern.

Das sind die positiven Folgen der hohen Reaktionsbereitschaft. Und es ist gut, diese nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern sich immer wieder zu fragen:

„Wie kann ich meine hohe Reaktionsbereitschaft zum Positiven nutzen?“

Übrigens: noch mehr positive Seiten von ADHS finden Sie hier.

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Das können Menschen mit ADHS tun, um ihre Impulsivität in den Griff zu bekommen

Die oben beschriebene Impulsivität (= sehr hohe Reaktionsbereitschaft) ist bei ADHS-Menschen quasi veranlagt. Sie ist eingebaut.

Sie kann positiv genutzt werden, aber es kann eben auch sein, dass sie zu Problemen führt.

Und dann gilt es, ganz prinzipiell das Bremsen und Stoppen zu trainieren.

Kognitive Funktionen können trainiert werden wie ein Muskel und die Impulskontrolle ist u.a. eine Funktion unseres Frontalhirns, die trainiert werden kann.

Hier habe ich einige Alltagsübungen für Sie zusammengestellt, mit denen Sie Ihre „Bremse im Gehirn“ trainieren können:

Bei ADHS muss die Bremse trainiert werden

Bei ADHS muss die Bremse trainiert werden

Das Prinzip bei diesen Übungen ist: wahrzunehmen ohne zu reagieren. Den Bewegungsfluss zu unterbrechen. 

  • Lesen Sie die Emails in Ihrem Posteingang, ohne sofort mit der Beantwortung der ersten Email zu starten.
  • Wenn Sie von der Arbeit nach Hause kommen, dann bleiben Sie erst einmal im Flur stehen und lauschen, was sie von den Familienmitgliedern oder Nachbarn hören.
  • Wenn Sie in einem Laden stehen, stellen Sie sich vor ein Regal und schauen Sie sich die Auswahl an, ohne etwas einzupacken.
  • Wenn Sie zu einem Kollegen oder zu Ihrem Partner ins Zimmer gehen, dann schauen Sie erst, was der andere gerade macht, bevor Sie losreden.
  • Hören Sie einem Gespräch zu, ohne etwas zu sagen.
  • Wenn das Telefon klingelt, lassen Sie es klingeln.

Wenn Sie jetzt denken „Meine Güte, ich weiß jetzt schon, dass ich dabei total aggressiv werde“ dann herzlichen Glückwunsch!

Wenn Sie das Bremsen üben, werden Sie inneren Druck spüren. Das ist die Impulsivität. Hier gilt es, durchzuhalten und dem Druck stand zu halten. Das bedeutet Impulskontrolle. Und es wird besser werden.

Trainieren Sie Ihre innere Bremse. So gewinnen Sie Steuerung und Kontrolle.

Noch mehr Tipps gewünscht?

Das ist nur ein Einblick und Ausschnitt aus dem Thema Impulsivität – dieses Thema ist natürlich noch viel größer.

Mehr solcher Einblicke, Tipps und Handwerkszeuge bekommen Sie regelmäßig im Schmetterling-Club. Das ist mein Online-Gruppen-Coaching, in dem ich Erwachsene mit ADHS in einer Coaching-Gruppe dabei begleite, z.B. aus Ihrem permanenten Reaktionsmodus herauszukommen.

Wenn Sie Handwerkszeug, einen kompetenten Begleiter und Weggefährten suchen, dann schauen Sie hier: Online-Gruppen-Coaching Schmetterling-Club

Welche Erfahrungen haben Sie mit Impulsivität gemacht? Was hilft Ihnen dabei, Steuerung und Kontrolle zu gewinnen?

Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Herzliche Grüße
Birgit Boekhoff

Dieser Beitrag hat 16 Kommentare
  1. Liebe Frau Boekhoff,
    ich bin gerade auf Ihren Beitrag gestoßen. Ich bin selbst KJP-Therapeutin, Verhaltenstherapie. Mein Sohn ist 7,5 Jahre alt. Er ist oft ganz vernünftig, kommt in der 1. Klasse (auch laut Lehrerin) leistungsmäßig bestens zurecht, ist aufgeschlossen und neugierig. Er erzählt oft ewig und ausschweifend und wir Eltern müssen ihn oft bremsen.
    Manchmal gibt es jedoch Situationen im Hort z.B. In denen er (phasenweise gehäuft) impulsiv handelt. Hat z.B. einer Erzieherin ohne Nachzudenken aus Spaß den Stuhl weggezogen als diese sich setzen wollte (was eine andere einige Zeit vorher aus Versehen bei ihm mal gemacht hatte). Zuhause kommt sowas seltener vor und nicht in der Schwere. Ich frage mich in solchen Momenten oft, ob das wirklich mein Kind war/ist. Als wäre er ausgetauscht worden…
    Ich war als Kind auch impulsiv, habe immer für meine Rechte gestritten mit Erwachsenen, bis ich quasi irgendwann gar nix mehr gesagt habe, weil es immer hieß ich sei vorlaut o.ä.
    Ich würde meinem Sohn gern helfen, bin aber etwas ratlos wie, da ich ja oft nicht dabei bin. Haben Sie einen Tipp? Wie lange hätte er aus Ihrer Sicht noch Zeit, das zu lernen, sich zu bremsen? Ich freue mich sehr von Ihnen zu hören… Kiane

    1. Liebe Kiane,
      Ihr Sohn ist noch sehr jung. Besprechen Sie mit ihm solche Situationen nach und machen Sie ihm deutlich, wie sich die andere Person dabei fühlt und sagen Sie ihm, dass er solche Dinge nicht machen darf und beim nächsten Mal, wenn er so eine Idee hat, es nicht machen soll. Was Sie schildern, klingt (noch) nicht nach ausgeprägter Problematik, an der man unbedingt dringend intensiv arbeiten müsste. Wenn es „nur“ ein gelegentliches Problem ist, dann sprechen Sie mit ihm und geben ihm Verhaltensorientierung. Die Fähigkeit zum Perspektivwechsel entwickelt sich übrigens vollständig erst bis zum 12. LJ. Und die Impulskontrolle ist auch etwas, was Zet braucht und wofür Ihr Sohn noch sehr jung ist. Geben Sie ihm noch Zeit und begleiten Sie das Thema weiter.
      Herzliche Grüße
      Birigt Boekhoff

      1. Vielen Dank für Ihre Antwort. So ähnlich machen wir es auch meist. Irgendwie sah die Erzieherin das viel Schlimmer und war nicht das Ansicht, dass er noch etwas Zeit hätte, das zu lernen. Ich war danach recht verunsichert. Grundsätzlich hätte ich das sich so gesehen und habe es auch in meiner Ausbildung so gelernt. Wir werden es öfter mit dem Perspektivwechsel probieren. Ganz lieben Dank!

  2. Hallo Frau Boeckhoff,

    ich schreibe mal nicht als Betroffene sondern als Partnerin. Im Streit passiert es ganz oft das mir Dinge an den Kopf geworfen werden, die noch vor 2 Tagen ganz anders waren oder einen Tag oder ein paar Stunden nach dem Streit auch wieder anders sind. Meistens werde ich als Person oder mein Verhalten beschimpft oder gesagt das man mich eigentlich genau deshalb nicht mag. Danach ist dann urplötzlich an Verhalten oder Sprechen wieder zu erkennen das ich dann doch gemocht werde.
    Nach dem Lesen Ihres Artikels würde ich das als Impulsivität einstufen, was denken Sie?

    Haben Sie auch Tipps für Angehörige wie man sich verhalten kann, weil obwohl man weiß das die Dinge vermutlich nicht so gemeint sind ist man trotzdem stark getroffen und man ist verunsichert was der andere jetzt wirklich denkt.

    Da bei meinem Partner ADHS nicht diagnostiziert ist man aber davon ausgeht das man es hat, gibt es und gab es noch nie eine Behandlung.

    Danke im Voraus!

    LG Heidi

    1. Hallo Heidi,
      ja, was Sie beschreiben kann man unter diese Impulsivität ordnen. Dennoch müssen Sie sich das nicht gefallen lassen, so beschimpft oder gar beleidigt oder abgewertet zu werden. Auch ein Mensch mit ADHS muss (und kann) überlegen, was er sagt. Sprechen Sie mit Ihrem Partner und sagen Sie ihm, was Sie nicht mehr möchten und was Sie tun werden, wenn er doch weiterhin so mit Ihnen redet.
      Alls Gute!
      Herzliche Grüße
      Birgit Boekhoff

  3. Hallo Frau Boekhoff,
    so ein Blog ist noch einmal anders als ein Forum oder gar ein Buch. Sehr hilfreich ist, dass Sie Kommentare oder kurze Fragen auch beantworten.
    Vielen Dank dafür!

    Ich habe bis 2012 vier Jahre auf eine Diagnostik gewartet. Mit jetzt 57 nehme ich relativ regelmäßig Medikamente (und ja, meine Impulsivität ist dadurch merkbar gemindert) und habe gelernt, mit mir selbst zu lernen: Beobachtung von mir und den Reaktionen des Gegenübers, Einschätzung und Feedbacks abfragen bei Familie und Freunden… Seitdem geht es aufwärts im Sinne von „so bin ich“ aber auch „das kann ich trainieren“ … Nachdem ich Ihre Beiträge (relativ) regelmäßig lese, fühle ich mich darin sehr gut unterstützt. Was ja bekanntermaßen fehlt, ist die ambulante Versorgung durch Ergo- oder Verhaltenstherapeuten vor Ort. Es gibt schon noch diese Momente „Ich schaff das nie!“, da wünschte ich mir manches Mal mehr persönliche Unterstützung auf Augenhöhe mit Blickkontakt.

    1. Hallo Silvia,
      freut mich, dass meine Beiträge eine Unterstützung für Sie sind! Für die von Ihnen erwähnten „Ich schaff das nie“-Momente kann ich Ihnen den Schmetterling-Club wärmstens empfehlen. Dort haben Sie eine regelmäßige unterstützende und motivierende Dranbleibehilfe mit mir und einer Gruppe Gleichgesinnter. Vielleicht wäre das etwas für Sie?
      Herzliche Grüße
      Birgit Boekhoff

  4. Ich bin überglücklich, dass ich DAS noch erlebe und dem Himmel dankbar ohne Ende! Ein halbes Jahrhundert musste in’s Land gehen bis ich wusste warum ich so bin, WIE ich bin. Herzlichen Dank!!!!!!!!!!!!! :-)

  5. In der oben genannten Beschreibung über den Verlauf der Störungsmuster erkenne ich mich komplett wieder….unglaublich, das das alles zu dieser Störung gehört :-( keine Ahnung wie ich es die 53 Jahre bis hier geschafft habe…..?!? Mir sage vor Jahren schon eine Bekannte Kundin, ds ein spät erkannter ADHSler wäre, ich war total beleidigt und frustriert, weil ich fühlte mich nicht krank. Aber all diese Verhaltensmuster kann ich 1 zu 1 auf mich übertragen und JA, es ist für meine Beziehungspartnerinnen nicht immer leicht gewesen mit mir klar zu kommen WOW

  6. Ich bin im Kindergarten tätig.
    Da ist ein Kind mit ADHS , wenn er mal sauer ist schmeißt er alle Gegenstände um sich und schlägt manchmal die Erzieher und die Kinder ,weil er das ganze nicht verarbeiten kann.
    Ich als Praktikantin möchte ihm seine Grenzen zeigen und ihm helfen sein Power anders loszuwerden weiß aber nicht wie .
    Wenn ihr dazu Bücher kennt ,die hilfreich sind dann unbedingt schreiben und bitte wenn ihr Erfahrungen habt bitte mitteilen. Ich möchte ,dass es ihm besser geht .

    Und vielen Dank . Ich kann jetzt sein Verhalten besser nachvollziehen 😘

    1. Hallo Selo,
      es ist schön, dass Sie diesem Jungen helfen wollen. Vielleicht können Sie die Erzieher dort im Kindergarten fragen, wie Sie mit dem Jungen umgehen können? Die Erzieher werden es sich sicherlich auch nicht gefallen lassen wollen, gehauen zu werden. Es wäre gut, wenn Sie dort in der Gruppe eine einheitliche Lösung für diese Ausraster finden. Im Idealfall sind Ihre KollegInnen dazu auch fortgebildet (das wäre jedenfalls schön und empfehlenswert).
      Viele Grüße
      Birgit Boekhoff

    2. Hallo Selo
      Find es toll, dass du dich so kümmerst.
      Ich hatte diese Problematik auch. Ehrlich gesagt habe ich einige wichtige Verhaltensmuster durch meine Tochter verbessern können. Ich habe einen Elternkurs nach Gordon besucht. Viele Tipps beruhten einfach auf Respekt gegenüber dem anderen. Ob es jetut ein Kind ist oder ein Erwachsener. Wenn meine Tochter sauer ist, machen wir eine Kissenschlacht, bis wir beide lachen müssen. Danach kann man zusammen über den Auslöser der Wut besser reden. Natürlich hab ich nicht immer Lust, den Prellbock zu spielen, dann fordere ich meine Tochter auf ins Sofa oder auf die Madratze einzuschlagen. Andere haben ein Kissen an die Zimmertüre montiert. Wir haben uns auch ein gegenseitiges Versprechen gegeben: nicht laut zu werden. Und falls es doch passiert, soll der andere sofort darauf hinweisen. Viele machen auch eine Auszeit. Hab auch schon gesagt, ich brauch grad Abstand und muss mich sortieren.
      Bei mir ist das ADS zum Glück nicht so stark ausgeprägt. Dadurch fällt mir auch die Umstellung von einigen Sachen nicht so schwer, wie anderen. Aber vielleicht spricht dich der eine oder andere Tipp an.
      Ich wünsche dir viel Erfolg, Kraft und Geduld.
      LG Mägi

  7. Ich habe meine Problematik in diesem Beitrag zu 100% wieder erkannt.
    Zur Zeit (seit mehreren Wochen ) bin ich wegen Burn out krankgeschrieben.
    Seit 3Wochen nehme ich jetzt wieder Strattera. Das hat mir vor einigen Jahren schon einmal geholfen. Durch meine Krebserkrankung hatte ich dann aber für lange Zeit ganz andere Probleme und setzte die Tabletten ab.Solange ich in Erwerbsmindrungsrente war, ging auch alles ganz gut. Erst durch den Wiedereinstieg in die Arbeit war ich schlagartig überfordert. …..Die Eizelheiten würden hier zu weit führen.
    Es kam ein Problem zum anderen und wahrscheinlich hätte jedes einzelne davon die meisten Menschen viel schneller aus der Bahn geworfen ! Anfang des Jahres musste auch ich dann die Reissleine ziehen, und lies mich gegen meine Natur, krank schreiben. Momentan bin ich noch hin und her gerissen, ob es sinnvoll ist nächste Woche wieder zu arbeiten.Hauptsächlich treibender Grund ist mein Verantwortungsgefühl gegenüber den Kollegen, die ja jetzt für mich mitarbeiten müssen. ……
    Ich finde die Idee mit dem Schmetterlingsclub echt super!!!
    Und ich werde weiter aufmerksam den newsletter verfolgen und vielleicht den ein oder anderen Kommentar dazu schreiben.

    Mit freundlichen Grüssen
    Marlene

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