Was ADHS für den Beruf bedeutet und wie man mit ADHS Erfolg im Beruf haben kann

ADHS und Job – das war der Titel meines Vortrages, den ich vor ca. zwei Wochen im Rahmen einer Vortragsreihe der ADHS-Selbsthilfegruppe Helmstedt gehalten habe. Es ging um die besonderen Herausforderungen, Schwierigkeiten und Möglichkeiten von Menschen mit ADHS im Beruf.

Während des Vortrags konnten die Teilnehmer Fragen stellen und eine der häufigsten Fragen, die ich auch im Rahmen meines Coachings sehr oft gestellt bekomme, möchte ich hier noch einmal aufgreifen und beantworten:

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>>> Was ist ein geeigneter Job für Menschen mit ADHS? <<<

Fangen wir so an:

ADHS-Menschen können sehr wohl beruflich erfolgreich und zufrieden sein!

Wenn Sie einen Job bzw. eine berufliche Tätigkeit haben, die zu Ihnen passt. Wenn Sie etwas machen, das Ihren Interessen und Begabungen entspricht. Wenn Sie unter geeigneten Arbeitsbedingungen arbeiten. Wenn das Team passt. Dann können Sie gut, sehr gut oder exzellent in ihrem Job sein.

Aber wenn es nicht passt... dann kann es massive Probleme im Beruf geben. Mit der Arbeit, mit Kollegen, mit dem Chef.

Was ADHS für den Beruf bedeutet

Warum stellt sich diese Frage eigentlich, welcher Beruf für Menschen mit ADHS geeignet ist? Warum machen sich ADHS-Menschen darüber so viele Gedanken?
Warum sollte es für Menschen mit ADHS bestimmte Berufe geben, die passen und andere, die nicht passen?


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ADHS bringt - neben bestimmten Stärken und Fähigkeiten - verschiedene Schwierigkeiten und Herausforderungen mit sich, die sich häufig auf den Beruf und die Arbeit auswirken:

  • Konzentrationsprobleme
  • Flüchtigkeitsfehler
  • Schwierigkeiten mit der Arbeitsorganisation
  • Probleme, Prioritäten zu setzen und das Wichtige heraus zu erkennen
  • Impulsives und vorschnelles Handeln, das dazu führt, dass man auf jede Ablenkung sofort reagiert und ständig die Arbeit unterbrochen wird
  • Geräuschempfindlichkeit und erhöhte Ablenkbarkeit
ADHS-Symptome und Herausforderungen

​​Typische Herausforderungen bei ADHS

  • Schwierigkeiten, sich Inhalte, Daten, Abläufe zu merken
  • Unordnung und Unübersichtlichkeit am Arbeitsplatz
  • Impulsive und unüberlegte Äußerungen Kollegen oder Vorgesetzten gegenüber
  • Verzetteln, Hin- und Herspringen, zu vieles gleichzeitig machen und den Faden verlieren
  • Aufgrund unstrukturierter Arbeitsweise Zeitverluste
  • Verpassen von Aufgaben- und Projektfristen
  • Aufschieben, Prokrastination
  • Stimmungsschwankungen, die viel Energie kosten und die Konzentration beeinträchtigen
  • eingeschränkte Frustrationstoleranz, Geduld und Konfliktfähigkeit
  • Missverständnisse in der Kommunikation
  • Probleme, wiederkehrende Routineaufgaben zu bearbeiten
  • Hoher Drang zu Autonomie und Selbstbestimmtheit
  • z.T. hohes Bedürfnis nach Abwechslung
  • Und noch mehr

Einen weiterführenden Überblick über die Stärken und Schwächen bei ADHS finden Sie hier.

Der Fisch wird nicht auf Bäume klettern

Aus diesen Gründen machen sich viele Menschen mit ADHS Gedanken darüber, welcher Beruf überhaupt zu ihnen passt. In welchem Job sie sich wohl am besten konzentrieren, organisieren und erfolgreich sein können.

Und bei Erwachsenen mit ADHS, die schon länger im Berufsleben stehen, kommt häufig noch die Frage hinzu: welchen Beruf kann ich denn mal länger durchhalten, ohne gleich wieder zu wechseln oder den Job aufgrund der o.g. Probleme zu verlieren.

Die Frage nach Jobs für Menschen mit ADHS und ADS, ob es typische Berufe für diese Menschen gibt, welche Berufe geeignet sind für Menschen mit ADHS wird daher häufig gestellt. Damit verbunden ist natürlich auch die Frage, ob es Berufe gibt, die man mit ADHS besser nicht ergreifen sollte.

Diese Frage ist allerdings nicht ganz pauschal einfach zu beantworten, denn auch Menschen mit ADHS sind bei aller Ähnlichkeit, doch auch in Ihren Interessen und Begabungen sehr verschieden.

Der Fisch und der Baum

​Wer am falschen Platz ist, kann nicht erfolgreich sein

Und gerade die eigenen Interessen und Begabungen spielen bei der Frage nach dem Erfolg im Beruf eine wichtige Rolle.

Vielleicht noch mehr als bei Menschen ohne ADHS, denn ADHS zu haben bedeutet oft, in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit viel stärker von der eigenen Motivation abhängig zu sein, als das bei anderen Menschen der Fall ist. Das hat etwas mit dem Botenstoff Dopamin und unserem Frontalhirn zu tun. Dazu aber an anderer Stelle mehr.

An dieser Stelle sei nur so viel auf jeden Fall gesagt:

Ein Fisch ist am besten aufgehoben im Wasser. Wenn ein Fisch an Land auf Bäume klettern soll, dann wird das nie erfolgreich funktionieren. Auch mit dem besten Training und Coaching und Medikation nicht. Und daher ist eine gute Passung zwischen einem ADHS-Mensch und seinem Lebensumfeld - wozu der Job auch gehört- sehr wichtig. Mehr dazu lesen Sie auch hier.

Als aller erstes ist es also wichtig, herauszufinden, wer man eigentlich ist, wo die eigenen Interessen, Stärken und Begabungen liegen.

Nur leider hapert es da auch gleich schon.

Welcher Mensch mit ADHS weiß denn schon, was er kann und was ihm liegt?

Alleine das kann schon eine riesige Herausforderung sein, das herauszufinden. Wie man dem auf die Schliche kommen kann, dazu auch an anderer Stelle mehr, das würde hier den Rahmen sprengen. Aber einige typische Stärken und positive Eigenschaften von ADHS-Menschen finden Sie hier.

Das Positive an ADHS

​Typische Stärken bei ADHS

​Berufsfelder, in denen viele Menschen mit einer ADHS-Konstitution zu finden sind:

​Erfahrungsgemäß findet ​man in folgenden Berufsfeldern und Branchen viele Menschen mit einer ADHS-Konstitution:

  • Kunst und Musik
  • Schauspiel
  • Journalismus
  • ​Grafik- und Mediendesign
  • Eventmanagement
  • soziale und helfende Berufe
  • Lehramt
  • IT
  • Ehrenämter (Sport, Schule, Flüchtlingshilfe, etc.)
  • und andere

Diese Berufsfelder erfordern oft ganz bestimmte Stärken und Fähigkeiten, in denen ADHS-Menschen gut sind:

+ Kreativität
+ Spontanität
+ Hilfbereitschaft
+ Tatendrang und Energie

Diese 3 Komponenten sind bei ADHS besonders wichtig für den Erfolg im Job

Damit sind wir aber auch schon bei der ersten der 3 wichtigen Komponenten, wenn es um die Frage nach einem geeigneten Beruf oder einer geeigneten Arbeitsstelle für Menschen mit ADHS geht:

Berufliche Tätigkeit

Wie eben schon geschrieben, ist für den Erfolg im Beruf natürlich wichtig, dass man etwas macht, was man gerne macht (was man „liebt“) und was einem liegt. Also als Fisch im Wasser zu schwimmen und nicht im Wald auf Bäume zu klettern.

Eigentlich ist das klar.

ABER: das Problem bei Menschen mit ADHS und der Berufswahl, Ausbildung und Studium ist, dass sie oft in Berufe hinein geraten, die gar nicht zu ihnen passen.

Das hat verschiedene Gründe:

  • Sie wissen gar nicht, wo ihre Interessen und Begabungen eigentlich liegen.

Sie wurden gar nicht darin gefördert, zu entdecken, was sie interessiert und was sie können. Vielmehr geht es in Kindheit, Jugend und jungem Erwachsenenalter darum, zu lernen, zu „funktionieren“. Es geht im Alltag von ADHS-Familien häufig sehr viel darum, überhaupt einigermaßen unbeschadet durch den Alltag und die Schulzeit zu kommen.

Es gibt so viele „Baustellen“, um die man sich kümmern muss, da bleibt oft keine Zeit und Energie für das Finden und Fördern von Interessen und Stärken des Kindes. (Das meine ich auch nicht vorwurfsvoll, sondern eher traurig bedauernd, weil ich aus meiner Coaching-Arbeit ja weiß, wie es ist im Familienalltag)

  • Sie lernen einen Beruf, weil die Eltern diesen vorgeschlagen und empfohlen haben.

Das ist natürlich legitim, dem heranwachsenden jungen Menschen Vorschläge zur Berufswahl zu machen. Allerdings erlebe ich es doch leider häufig, dass Eltern hierbei sehr auf „sichere und aussichtsreiche“ Berufe wert legen (Auch wiederum aus Elternsicht verständlich).

Allerdings liegen die Begabungen und Stärken von ADHS-Menschen sehr oft in kreativen, sozialen oder auch action-geladenen Bereichen.

Es gibt tatsächlich einige Branchen, in denen sich vermehrt Menschen mit ADHS-Konstitution finden:
Journalismus, Schauspielerei, Musik, Kunst, soziale und therapeutische Berufe, Leistungssport, Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr, und noch andere.

Aber mal ehrlich: sind das die Berufe, die Eltern für ihre Kinder oder jungen Erwachsenen oft im Sinn haben? Ich denke eher nicht.

  • Sie lernen einen Beruf, weil der Vater/die Mutter diesen Beruf auch hatte, oder der Bruder oder Freunde.

Auch das ist oft zu beobachten. Hierbei spielt dann häufig die schlechte Selbstwahrnehmung und das mangelnde Selbstwertgefühl bei ADHS eine Rolle.

Wenn man dazu neigt, sich sehr an anderen Personen, die einem wichtig sind, zu orientieren, dann kann es passieren, dass man diesen nacheifert, obwohl es gar nicht zu einem selbst passen würde.
Um hier den eigenen Weg zu finden, bräuchte man ein gutes Gespür für sich selbst und auch Selbstbewusstsein, seinen eigenen Weg zu gehen. Leider sind viele ADHS-Menschen nicht gerade damit gesegnet.

  • Sie nehmen einfach, was sie überhaupt kriegen können, weil sie auch an vielen Stellen nicht genommen werden.

Viele Studiengänge bekommt man nur mit einem bestimmten Notendurchschnitt oder NC. Für viele Ausbildungsstellen braucht man saubere Bewerbungsunterlagen. das sind Voraussetzungen, die Menschen mit ADHS oft nicht erfüllen können.

Nicht, weil sie nicht intelligent oder ehrgeizig wären, sondern einfach, weil Lernen für die Schule und Bewerbungsunterlagen zusammenstellen etwas ist, womit ADHS’ler oft auf Kriegsfuß stehen. Entsprechend schlecht sind häufig die Bildungsabschlüsse und Bewerbungen.

So wird es schwierig, sich vielleicht für einen Ausbildungsgang zu bewerben, in dem man vielleicht richtig gut sein könnte, weil er (nach der ganzen Schulzeit) endlich einmal den eigenen Interessen entsprechen würde.

Arbeitsbedingungen

Zu den Arbeitsbedingungen, die man bei der Berufswahl bei ADHS beachten sollte, zählen z.B. folgende:

  • Arbeitszeit: Gleitzeit, Schichtdienst, … (eine möglichst regelmäßige Arbeitszeit ist besser strukturgebend)
  • Maß an Bewegungsfreiheit: sitzende Schreibtischtätigkeit, steht ein Steharbeitsplatz zur Verfügung, gibt es Reisetätigkeit, ist es körperliche Arbeit, …
  • Gestaltung des Arbeitsplatzes: ist der 
Chaotischer Arbeitsplatz

​Wieviel Struktur gibt es am Arbeitsplatz?

Arbeitsplatz vorstrukturiert, muss er selbst strukturiert werden, ist es ein Einzelarbeitsplatz oder ein Teamarbeitsplatz, ist alles vorhanden und griffbereit, was gebraucht wird, ist das Wegräumen von Arbeitsmaterialen schnell und einfach möglich, …

  • Maß an Ablenkung: welche Geräusche sind zu hören, klingelt das Telefon, poppen Emails auf, sind Kollegen in der Nähe, kann man die Tür schließen, …
  • Bezahlung: fühlt man sich für den eigenen Einsatz entsprechend entlohnt (sehr wichtig für den Erhalt der Motivation und damit essentiell für die Leistungsfähigkeit)
  • Sinnhaftigkeit: stimmt die Arbeit mit den eigenen Werten und dem, was einem selbst wichtig ist, überein (z.B. Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Wertschätzung, etc., ebenfalls sehr wichtig für Motivation und damit Leistungsfähigkeit)
  • Entscheidungsfreiheit: was darf selbst entschieden werden, wie viel Prozent der Tätigkeit muss nach Anweisung ausgeführt werden, …

Betriebsklima

Die dritte Komponente, die für den Erfolg im Beruf wichtig ist, ist das Betriebsklima.

erfolgreich sein

​Ein gutes Team ist für ADHS-Menschen essentiell

ADHS-Menschen sind meist sehr emotionale und beziehungsorientierte Menschen. Sie können häufig nur arbeiten, wenn sie sich im Team und mit dem Chef wohl fühlen. Sie können nicht (gut) arbeiten, wenn sie sich im Betriebsklima nicht wohlfühlen.

Wenn es Spannungen gibt, Auseinandersetzungen, Kritik, vielleicht sogar Mobbing, dann wird fast automatisch die Leistungsfähigkeit nachlassen. In einem Team, in dem Wertschätzung, Ehrlichkeit und 

Annahme fehlen, kann ein Mensch mit ADHS nicht gut arbeiten. Und auch nicht lange arbeiten. Und manchmal wird er dort sogar krank.

Der ADHS-Konstitution ist es geschuldet, dass Konzentration, Organisation, Qualität der Arbeit sehr von Motivation und Befinden abhängig sind. Und wenn Motivation und Befinden beeinträchtigt, gestört oder gar untergraben werden, dann ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis der Mitarbeiter mit ADHS geht, vermehrt Fehler macht oder krank wird.

Weil diese dritte Komponente so wichtig ist, kann es sein, dass ein ADHS’ler, der Journalist ist, in der einen Redaktion super gut zurecht kommt und sehr gute Arbeit leistet und in einer anderen Redaktion auf keinen grünen Zweig kommt.

Andersherum ist auch zu beobachten, dass ADHS-Menschen auch in Berufen gut zurecht kommen können, die man eigentlich nie mit ADHS in Verbindung bringen würde, z.B. Steuerberater. Wenn diese Tätigkeit aber zu den eigenen Interessen passt, die Arbeitsbedingungen und das Betriebsklima stimmen, dann kann auch eine Steuerberaterstelle gut funktionieren.

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Was können Sie jetzt tun?

Schauen Sie sich 3 Komponenten an und stellen Sie sich folgende Fragen:

  1. Tätigkeit:
    Mache ich prinzipell etwas, was mir liegt und was ich im Kern gerne mache?
    > Falls nein, was kann ich konkret tun, um das zu ändern?

  2. Arbeitsbedingungen
    Fühle ich mich mit den Arbeitsbedingungen wohl?
    > Falls nein, was kann ich konkret tun, um hier etwas zu ändern?
Geeigneter Arbeitsplatz bei ADHS

​Drei Komponenten eines geeigneten Arbeitsplatzes

3. Betriebsklima:
Fühle ich mich prinzipiell im Team wohl?
>Falls nein, was kann ich dazu beitragen, dass ich mich wohler fühle?

Damit ist der Weg zum beruflichen Erfolg noch nicht zu Ende, aber zumindest die Basis geschaffen dafür, dass Sie prinzipiell an einem Platz sind, an dem Sie überhaupt die Chance haben, beruflich erfolgreich zu sein.

Welche konkreten Strategien Sie dann dort am Arbeitsplatz anwenden könne, um sich besser zu strukturieren, zu konzentrieren und sich selbst effektiver durch den Arbeitstag zu steuern, das schreibe ich Ihnen in einem der nächsten Beiträge.

Was hilft Ihnen, im Beruf erfolgreich zu sein? Schreiben Sie mir gern einen Kommentar.

Herzliche Grüße
Birgit Boekhoff

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  1. Ich bin im Beruf erfolgreich, weil ich das mache, was ich am besten kann (Fremdsprachen), gute Arbeitsbedingungen habe (Gleitzeit mit Kernarbeitszeit und festen Pausenfenstern, Büroarbeitsplatz mit eigenem Schreibtisch [keine Flex-Arbeitsplätze; mobiles Arbeiten ist freiwillig], Betriebskantine, Pausenküche) und von Kolleginnen und Vorgesetzten unterstützt werde. Ich werde für Aufgaben eingesetzt, die meinen Stärken entsprechen und wo ich anderen voraus bin. Meine Expertise wird geschätzt. Ich kann alle benötigten Hilfsmittel nutzen (Erinnerungsfunktionen, Pinnwände …). Für organisatorische Hürden wie (vergessene) Stechuhren, Ablage von erledigten Unterlagen, Besprechungstermine, Verwaltung von Dokumenten in Datenbanken etc. gibt es Vier-Augen-Kontrolle und hilfsbereite Bürofachkräfte.
    Meine Tipps: Finde heraus, was dich interessiert und was deine Stärken sind. Verschwende so wenig Kraft wie möglich damit, dich zu verbiegen (Ist der Dresscode so wichtig? Ist es wirklich so schlimm, ob du den Urlaubsantrag eine Woche früher oder später abgibst? Geht es jemanden was an, dass du auf dem bestimmten Parkplatz mit den großen Parktaschen parkst, weil du Angst vorm Einparken hast? Etc.) Zeige deine Stärken. Trau dich, etwas zu verändern, wenn das bisherige nicht funktioniert. Das kann ein Jobwechsel sein, muss aber nicht. Meiner Erfahrung nach können Vorgesetzte und Kollegen überraschend hilfsbereit und verständnisvoll sein, wenn man ihnen einfach sagt, was man braucht, um gut arbeiten zu können.

  2. Der Tenor des Textes ist mir ehrlich gesagt ein bisschen zu negativ. Um es mal provokativ zu sagen: Manchmal frage ich (50, Manager bei einer großen IT-Firma, 90% sicher ADHS, mit Sohn, der gerade auf ADS getestet wird) mich, wie die Leute, die „normal“ sind, kein ADHS haben, einen Job bekommen sollen. Die strukturierten Perfektionisten, die mit der Schnelligkeit des heutigen IT-Lebens nicht zurecht kommen, die langsamen Kleingeister, denen die Kreativität fehlt, um konkurrieren zu können, und Flexibilität, um auch beim 10. neuen IT-Umbruch dabei zu sein. (wie gesagt, ist provokativ/überspitzt gemeint, deckt sich aber mit vielen Erlebnissen aus meinem Arbeitsumfeld)

    Ich muss sagen, die Art wie ich bin, hat mir in der Schule richtig übel mitgespielt – schlechte Noten in den 70% uninteressanten Fächern, chaotische Heftführung, fürchterliche Schrift, Horror vor heimkommenden Eltern an jedem Elternsprechtag, Vorladungen der Eltern zu Grundschullehrerinnen, die mich nicht ausgehalten haben. Gleichzeitig hat genau die gleiche Art mir im IT-Beruf extrem geholfen: superschnelle Auffassungsgabe (auch wenn man’s 10% der Fälle falsch verstanden hat :-) ), super Fokussierungs- und Konzentrationsfähigkeit auf Dinge, die mich interessieren, Kreativität, Flexibilität, Einfühlungsvermögen.

    Insofern: wir sind nicht schlechter, wir sind anders; in manchen Situationen ist unsere Art problematisch. In anderen ist unsere Art ein Segen. Man muss aber unbedingt einen Beruf finden, der einem echt Spaß macht. Und irgendwie die Schule überstehen.

    1. Hi Karl, sorry, aber genau das hat sie geschrieben! Du hast DEIN Interesse gefunden. DEINE Stärken ausspielen und einsetzen können. Und es wurde der IT Beruf sogar als eine der Berufe FÜR ADHS Leute aufgeführt.
      Es geht aber darum, dass SEHR VIELE nicht das Glück haben / hatten einen solchen passenden Beruf für sich tun finden und dann leiden.

  3. Nochmals ich bin 49 Jahre und bin mir so ziemlich sicher, wenn ich die ganzen Fragen zu ADHS mir anschaue, das ich ADHS habe. Ich hatte auch schon ein Online Kurs bei Ihnen liebe Birgit absolviert und auch da musste ich fast alles bejahen zum Thema ob ich ADHS habe oder nicht. Mein Problem ist ich bin alleinerziehend, 2 Kinder (eins davon mit einer Generkrankung) und ich bin derzeit am beruflich mich neu erfinden. Ich arbeite nur Stundenweise, da ich ja oft für meinen Sohn da sein muss, im Home Office und ich muss sagen es ist zwar ok, aber nicht der Burner. Aber hätten Sie da Tipps, zur Berufswahl in meiner Situation. Ich bin zwar froh das ich von zu Hause aus arbeiten kann (Marketingtätigkeit) und somit keine große Anfahrtswege habe, falls was mit meinem Sohn ist. Auf der anderen Seite spüre ich aber auch, das das nicht das ist, was ich machen will beruflich. Würden Sie mir das in dieser Situation das Home Office trotzdem als ADHS-ler empfehlen oder?

    1. Hallo Nic,
      ich kann hier auf dem Blog generell keine individuellen Empfehlungen geben, denn für eine Empfehlung brauche ich vorher mehr Informationen zu der betreffenden Situation. Aber so viel kann ich sagen: Sie sind da in einer Situation, in der Sie verschiedene bedürfnisse und Ziele unter einen Hut bringen müssen – und meistns gibt es bei sowas nur Kompromisslösungen. Sie wollen beruflich etwas machen, was Ihnen liegt und Freude macht. Sie wollen aber auch für Ihren Sohn da sein. Ob es etwas gibt, das beide Bedürfnisse vereint, das weiß ich nicht. Das können nur Sie selbst herausfinden. Falls Sie nichts finden, dann ist die Frage, auf was Sie ggf. zu Gunsten des anderen Bedürfnisses verzichten können.
      Vielleicht hilft Ihnen das weiter.
      herzliche Grüße
      Birgit Boekhoff

  4. Guten Tag
    Mei Sohn hat ADS ist 14 jahre alt und steht jetzt kurz vor einem 14 tägigen Schulpraktikum.
    Leider habe ich mich dabei wieder einmal etwas verzettelt und mich wie so ft zuviel
    ins praktikum eingemischt.
    Mein Sohn ist sehr git in der Schule hat aiuch eine Empfehlung für die Oberstufe. bekommen.
    Die Problematik steht einfach darin. Mein Sohn ist in gedanklen leer.
    Er weiß mit sich mnichts anzufangen. Kreativität im Alltag gleich 0.
    Bei Ihm besteht Feinmotorikprobleme kann vieles was einfach ist nicht umsetzen.
    Messer und Gabel richtig halten. Karten mischen basteln geht garnicht Sport
    auch nicht. Kein Gleischgewichtssinn.
    und immer wieder stoßen wir an unsere Grenzen wegen Unverständniss.
    Mir als Mama macht das schwer zu schaffen.
    Weil es jetzt in die sogenannte Berufsfindungsphase geht. Der Bub hat keinerlei Interessen. Bitte mal um Rückmeldung

    1. Wie wärs mit Akzeptanz?
      Ich glaub kaum dass dein Sohn an nix Interesse hat sondern eher dass du ihm unbedingt Stärken aufzwingen willst!
      Natürlich ist es schwer sich für einen Beruf zu entscheiden.
      Und natürlich ist ja jede Menge Unverständnis rundherum weil die meisten Aussenstehenden nicht wissen und auch nicht wissen wollen dass mit dieser Diagnose nur eine sehr gute Balance zwischen Therapie Verständnis hilft! Was dagegen echt kontraproduktiv ist ist jemanden zu sagen dass man in bestimmten Sachen einfach gut sein muss. Hilft zwar zeitweise aber nicht für immer und vor allem nicht wenn man beim besten Willen keine Lust aufs Thema hat…
      Lass deinen Sohn doch mal einen beruflichen Orientierungskurs machen. Nachher wisst ihr beide mehr und du kannst aufhören Druck zu machen…

  5. Es geht immer nur um Arbeiten um Geld verdienen bis zur Rente. Nebenbei schauen wir uns Filme an von tollen Häusern und Lebensweisen um irgendwann evtl. Durch die Arbeit auch so Leben können. Die Frage ist für welchen Preis? Ich habe mich kaputt gemacht und nur funktioniert so wie es uns in der Schule beigebracht wurde. Es ist wichtig immer wieder aufzustehen und weiter zu Kämpfen egal wie krass der Kampf ist denn du tust das nicht nur für dich selbst sondern für eine Bessere Zukunft für uns alle.

    1. Also ich bin jetzt 37 Jahre alt und hab ein 12 jährigen Sohn… Bei ihm ist seit ca 3-4 Jahren ADS diagnostiziert… Und langsam glaub ich immer mehr das er es auch von mir hat… Bei mir wurde es Offiziell noch nicht diagnostiziert da ich mich nicht wirklich zum Arzt traue damit! Aber beruflich komme ich an meine Grenzen…Hab keine Ausbildung und mein Abschluss im dritten Anlauf geschafft, klar es hieß immer er ist intelligent nur faul oder er arbeitet halt nicht im Unterricht richtig mit. Aber mach einer Klassen Arbeit war ich immer fix und fertig durch das lange konzentrieren! Man müsste mich immer extra betreuen oder diskutieren bis ich es verstand! Ecke immer wieder bei den Kollegen an… Kollegen gehen zum Betriebsrat und beschweren sich über mich! Trete anscheinend immer in die Pfettnäpchen… sage etwas falsches wo ich am besten den Mund halten sollte, auch vor Vorgesetzten! Kollegen sagten auch schon warum ich mit dem und dem geredet habe… Der mich dan rein reißt.. und ich wollte nur nett sein… Leider… Fühle mich oft missverstanden und falle meinen Vorgesetzten ins Wort weil ich der Meinung bin das sie mich nicht verstehen, auch nicht meine Arbeitsweise… Da ich einen starken Drang zur Selbstbestimmung habe Ecke ich oft an… Genauso wenn es sich um Ungerechtigkeiten oder unlogischen Abläufen die mich stören… dann Rede ich drüber anstatt mein Mund zu halten… Ich weiß ich sollte mir wohl mal endlich Hilfe holen… Bevor ich mein Job verliere… Mag ihn Ansicht sehr da ich mit SAP arbeiten kann was mich sehr fordert… Besonders die Problem Lösung da bin ich super… Sagt auch mein Boss nur meine „aussenwirkung“ ist nicht gut! Hab aber extreme Angst zum Arzt zu gehen anzurufen oder sonstiges… Hab vorher soviel kopfkino und Gedanken das ich man mich nicht ernst nimmt! Kann man vorher schon irgendwie rausbekommen ob man es hat oder nicht ? Bei allen frage Bögen die ich so in die Finger bekommen habe, waren durchweg die Antworten alle bei „oft“! aber wer weiß! Hab Panik das irgendwann das Kind gänzlich ins Brunnen fällt!

      1. Ja das sind ja viele Symptome sie sind dir ja bewusst.von Erwachsenen ADHS. Lese dazu und passe dein Verhalten bewusst an wird dir auch für dein Kind und Verständnis helfen. Kommt mir sehr bekannt vor.

    2. So ein Schwachsinn. Wer zwingt dich zum arbeiten oder zum Geld verdienen? Mach eben was, was dir Spaß macht und zusätzlich auch Geld bringt. Oder lebe eben vom Staat.
      Wenn du reich werden willst, weil du dir „all die schönen Häuser“ kaufen willst, weil es dir die Gesellschaft so vormacht, dann heißt es eben schuften. Am besten smart schuften, Unternehmer werden, dann erreicht man sein Ziel auch schneller.

  6. Hallo zusammen,
    Adhs zu haben war mir schon lange klar, meine offizielle Diagnose habe ich mir jetzt erst sozusagen „abgeholt „. Bis dahin habe ich mir zwar die gängigen Dinge im Leben angehört, wie „du brauchst mehr Disziplin, streng dich halt mal an, na ihr wisst ja was ich meine ;-). Aber ich bekam irgendwann ein Buch von Thom Hartmann in die Finger, und empfand meine Vielseitigkeit, Kreativität und das vielschichtige Denken immer als Stärke. Nun ist mir zwar momentan die Kraft ausgegangen, weil wir ja irgendwie viele Leben gleichzeitig leben, aber ich habe auch endlich gute Unterstützung durch Ärztin und Therapeutin gefunden.
    Zum Thema Berufe: bitte vergesst nicht die sog. grünen Berufe ! Viele von uns sind so naturverbunden , und der Hyperaktivität kommt es auch total entgegen :-). Wo sonst könnte man z. B. offiziell gesichert in Bäumen herum klettern, wenn nicht als Baumpfleger? Oder wie kreativ kann man sein in der Landschaftsgestaltung. Total vielseitig und selbständig sind auch Landwirte. Und wenn man ökologisch interessiert ist, ist querdenken sowieso Pflicht ;-))
    Leider ist es für mich mit 44 dafür zu spät, so viel Kraft habe ich nicht mehr den Beruf zu wechseln und auch körperlich ist es tatsächlich harte Arbeit. Zum Glück langts für die Freizeit. Für unsere Adhs-Kinder wäre es aber auch eine von vielen Möglichkeiten.

  7. Liebe Frau Boekhoff,

    ich habe eine 16jährige Tochter mit schwerem ADHS (alle Symptome vorhanden…), wurde schon zweimal vom Facharzt diagnostiziert. Mit Psychotherapie und Medikamente haben wir nichts erreicht.
    Wir suchen nach einer guten Einrichtung mit guten Therapiemöglichkeiten.
    Können Sie uns eine empfehlen?
    LG
    Anna

  8. Meine Therapeutin vermutet das ich – 55 Jahre alt – seit meiner Geburt ADHS habe. Damals wurde nicht dagegen unternommen. Für meine Mutter war ich nur (sehr schwieriges Kind, zappelig, verträumt, unbändig, konnte nachts nie richtig schlafen. Könnte nie konzentriert zuhören und mir das gehörte merken, ich war schlecht in der Schule usw….. ich vergebe meiner Mutter und lasse los. Alles in der Vergangenheit ist doch Vergangenheit und kann ich nicht mehr ungesehen machen. Doch HEUTE bin ich in der Lage, es selbst in die Hand zu nehmen.
    Nächsten Monat gehe ich in eine Reha MEDIAN – Klinik Bad Camberg. Dort werde ich mich gründlich untersuchen lassen. Sollte sich die Vermutung bestätigen, dann weiß ich endlich was wirklich mit mir los ist. Ich habe die Tage schon soviel Beiträge über ADHS gelesen. Und alles was ich an mir beobachtet habe und immer wieder beobachte sagt MIR: „Ich habe ADHS“

  9. Hallo, ich erlebe gerade so ein Fall bei meiner Freundin. Ihr Sohn ist im Dezember ’17 entlich 18 geworden. Nun denkt er das di Eltern nichts mehr zu melden haben, schmeißt seine
    1 1/2 jährige Lehre, Gas-Wasser-Heizung, will lieber Handelskaufmann werden. Das geht aber erst im September ’18. Die Eltern sind ratlos und die Mutter hat Angst davor ihn zu verlieren, weil er ein Dickkopf ist. Dabei ist das so ein vernünftiger Junge.
    ADHS ist wirklich ein schwieriger Fall wenn andere es nicht verstehen damit umzugehen.

    1. Liebe Lilly,

      ich kann den Jungen gut verstehen. Wenn er so ein vernünftiger und lieber ist, dann wird er sehr wahrscheinlich nicht mit der Art und Weise, wie die Leute im Handwerk miteinander umgehen, zurecht kommen. Damit habe ich auch starke Probleme. Die Mutter wird ihn nicht verlieren, wenn sie Verständnis für seine Lebensentscheidung zeigt. Aber wenn sie keinerlei Verständnis hat, wird der Junge ganz sicher gekränkt sein und sich halt nicht verstanden fühlen. Klar wird er etwas Zeit verlieren, aber das kommt auf die 1-2 Jahre auf die Jahrzehnte gesehen absolut null an, solange er etwas findet, wobei er sich sicherer sein kann, das etwas länger auszuhalten. Kaufmann ist ein wunderbarer Beruf und Vertriebler können eine Menge Geld verdienen und es ist ein sehr passender Beruf für Leute mit ADHS. Ich finde seine Entscheidung super. Schade, dass ich das mit 18 noch nicht gemerkt habe, dass das Handwerk eigentlich der falsche Weg ist. Da hat man es oft einfach nicht so mit der Wertschätzung und der Umgangsform. Wobei ich das jetzt nicht pauschalisieren möchte. Das sind meine Erfahrungen. Er hat sehr wahrscheinlich schon sehr damit zu kämpfen, den Erwartungen der Eltern nicht gerecht zu werden und mir hat es das Herz gebrochen, meine Eltern immer gegen mich zu haben.

  10. Man klingt das alles traurig was ich hier lese. Typische ADHS Jobs finden sich zuhauf in der Online Branche (Online Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung) und Massenweise im Vertrieb. Meiner Erfahrung nach ist ADHS die Grundvoraussetzung um ein Top Vertriebler zu werden. Lura!! Aufwachen!! Querdenken und analytisches Denken? Schau dich nach Marketing Jobs um! Was man da macht? Ist doch egal kannste lernen, macht Spaß, ist bunt und LAUT!! Check mal Online Marketing Rockstars. Andreas wie kann man als ADHS Koch bitte ein Haus bezahlen und eine Familie ernähren? Fang an dir einen Vertriebs Job zu suchen. Du weißt nicht wie Vertrieb geht? Bücher, YouTube Videos und Podcast von Vertriebstrainern wie Martin Limbeck, Dirk Kreuter, Tim Taxis usw. werden dich schnell auf den erfolgreichen Kurs bringen. Ausbildung und Studium ist im Vertrieb egal. Fang klein an und bewirb dich dann hoch. Vollgas!

    1. Danke für den erheiternden Kommentar!
      Ich komme auch aus dem Vertrieb und erinnere mich gern daran, dass mir die Pausen in der Fahrtzeit zwischen 2 Kunden sehr gut getan haben. Deutlich angenehmer als im Büro, wo man dem ganzen Gequassel nicht entkommen kann und nie alleine ist.
      Mir wurde am Ende die Fahrtzeit zuviel und ich hatte ein Sinnproblem, aber ich werde wieder in den Vertrieb zurückgehen. Es gibt viele Vorteile: man ist sein eigener Herr, man hat Gestaltungsspielräume, Kundenkontakt, Abwechslung, ist oft unterwegs..
      Also danke nochmals für den Lichtblick:)

  11. Ich habe vor zwei Tagen die Diagnose bekommen, das ich ADHS habe. Es erklärt vieles was mir in meinem Leben passiert ist. Und nachdem ich ihre Erläuterungen zu diesem Thema gelesen habe, wurde es mir noch deutlicher klar. Im Augenblick bin ich krank geschrieben und überlege krampfhaft, wie es weiter gehen soll. Zurück in meine alten Job? Ja und nein. Als Koch etwas zu finden das wirklich zu mir passt, ist schwer bis unmöglich. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder und ein Haus, das bezahlt werden muß. Aber ich glaube, das ich dank ihrer Seite neue Hoffnung schöpfen kann um vielleicht noch einmal durchzustarten. Vielen Dank.

    1. Hey Andreas,

      Medikamente? Therapie?

      Die Diagnose muss auch richtig sein… es gibt, wie bei mir spannende Kombinationen mit Autismus….
      Hochbegabung und Schlafstörungen (Apnoe), Schilddrüse macht Tests gerne positiv.
      Konzentrationsstörungen, verschwommenes Sehen…. Winkelfehlsichtigkeit (nicht Optiker die machen Zuviel, gehe da zum Augenarzt.)

      Polizei ist bei erinnern (auch Gesichter) schwierig, den Test bestanden zu haben mit ads? Das glaube ich ist sehr sehr selten. Die Statistik mag ich sehen.

      Das Problem mit Talenten ist, man selbst erkennt sie nicht. Es ist zu einfach. ‚Funktionales vs prädikatives Denken‘ war für mich einer der Hinweise, welche mir halfen. Ich hatte nie Probleme Zusammenhänge zu erkennen. Drucker reparieren und so, ich musste nie nachdenken für sowas.
      Räumliches Vorstellungsvermögen aber ist bei Adslern eher selten.
      Emotionen erkennen ist mir fast unmöglich gewesen… geht inzwischen, Tabletten brauche ich nur noch selten. Gerade am Anfang war die typische Depression, vom ständigen Scheitern zu behandeln.
      Tabletten können wirklich helfen, aber du brauchst den richtigen Arzt.

      Rechtschreibung ist auch immer wieder ein Punkt, der berufliches vorankommen verkompliziert…. 😂

      Wir haben großartige Hirne, andere wissen nicht wie sie zu bedienen sind. Das kannst du in einer Therapie lernen. Aber es dauert eben seine Zeit, nimm sie dir. Es ist in Ordnung. Es dauert, bis es fertig ist – das kannst du nicht beeinflussen.
      Aber du kannst bis ‚Geschafft‘ gehen.

      Was mir am Schreibtisch geholfen hat war eine Pendeluhr. Tick Tack hält die Zeit konstant.

      Ich weiß nicht wie man Felder Bewirtschaftet, aber wir waren es, die das Rad erfunden haben.
      Lass dir nix einreden. Wir sind wie wir sind und das ist prima, so wie es ist.

      Was hat dir eigentlich als Kind am meisten Spaß gemacht?

      @Birgit: es ist halt so. Schöne Seite. Mir ist der Fokus zu nahe bei dem was nicht ginge. Das hilft wieder nur den anderen 95% die Problematik zu akzeptieren. Uns hilft das nicht. Es ist an der Zeit die Hirne zu nutzen und zwar so, wie sie funktionieren. Leider gibt es keinen Ausbildungsberuf, der auf die 5% zugeschnitten ist. Wir können uns fokussiert einem Thema widmen, wenn es uns wirklich interessiert. Dazu müssen wir herausfinden was es ist.
      Uns wurde zu viel Zeug erzählt aus Unwissen….

  12. Schönen guten Tag, für mich ist es eine Vision für andere eine lachnummer. Mein Sohn ist ADHsler und ich vermute ich habe es auch denn einiges an symptomatiken treffen auf mich zu. Nichts desto trotz habe ich immer versucht das beste daraus zu machen, ich habe mich früh selbst traininiert und meinen Sohn auch.nun will ich ein Ein Shop eröffnen für diese besonderen Persönlichkeiten. Das heißt Hilfsmittel und Sachbücher verkaufen sowie selbst entwickeln und Forschen, den meine Meinung ist wenn die Familie Interesse hat und fest verwurzelt sind kann einem nichts erschüttern und das trägt zum seelischen empfinden enorm bei uns das wiederum stärkt in allen Lebenslagen.

  13. Ich bin hochbegabte ADHSlerin und stehe nun vorm Studienabbruch. Therapie für BAföG begonnen, hat nix gebracht, Verlängerung nach dem 4. Semester nicht möglich. Familie weitestgehend tot, Vater lebt von weniger als der Grundsicherung. Schule mal abgebrochen, ein Jahr wegen Tods der Mutter wiederholt, jetzt auch kein Kindergeld mehr – auch Waisenrente fällt bald weg. Rundfunkbeitrag fällt an, unabhängig von meinem Einkommen, muss monatlich 140€ in die Krankenkasse einzahlen. Viele 1000€ Schulden und nun ist Abbruch des Studiums absehbar, weil ich es gerade der Komorbiditäten wegen – Sozialphobie, Persönlichkeitsstörung und Depresionen – nicht mehr schaffe, in Kackjobs wie als Kundenberaterin zu arbeiten, etwas Besseres aber nicht finde. Wenn ich schon sehe, dass ich in ein Bewerbungsanschreiben unbedingt hineinschreiben soll, ich sei teamfähig, belastbar und strukturiert… es stimmt nichts davon! Bin ich ein Mensch dritter Klasse, weil ich über andere Fähigkeiten verfüge (analytisches Denkvermögen, Querdenken, starke Empathie..), in den Berufen, in denen diese relevant sind, aber keinen Job finden kann, weil da formale Voraussetzungen (-> abgeschlossenes Studium) fehlen? Heftig, ich weiß echt nicht mehr, was ich tun soll.. und fange an, mein Leben zu hassen. Sehr sinnvoll, wenn ich mein Studium abbreche, ALGII beziehe und mich dauerhaft krankschreiben lasse..

    1. Hallo Lura,
      manchmal ist es im Leben sinnvoll, erst einmal einen cut zu machen, sich zu resetten und dann neue Anläufe zu nehmen. Sie haben mit vielen Dingen zu kämpfen und es hört sich so an, als ob Sie alleine damit wären. Lassen Sie sich unterstützen und beraten. Das ist keine einfache Situation und auch keine einfache Fragestellung, vor der Sie stehen. Vielleicht wäre eine ADHS-spezifische Therapie in einer Klinik sinnvoll, um sich grundlegend neu auszurichten? Dort könnten evtl. auch Fragen bzgl. Schulden und Finanzierung des Studiums geklärt werden. Ggf. käme auch eine Begabtenförderung in Frage?
      Und wenn Ihnen die erste Therapie nicht geholfen hat, dann suchen Sie weiter. Holen Sie sich Unterstützung. Für die Alltagsorganisation biete ich Ihnen gern den Schmetterling-Club an.

  14. Ich leide seit Kindheit an einem ausgeprägtem Adhs auch jetzt mit 20ig. Immer wieder Ausbildungen Abgebrochen da das Arbeitsklima meist unerträglich war. Ich lass mich nicht gerne so offensichtlich über denn tisch ziehen. Auch versteh ich die Menschen nicht, wie können Sie immer so negativ geladen sein und andere herunterziehn? Wiso sollte ich mich mind 3jahre so unterdrücken lasse ? Eine Ausbildung ist doch dafür da um fehler zu begehen, um daraus zu lernen! Auch wirde ich mit Ritalin concerts und co zugestopft, brachte alles nichts, psychisch wie körperlich nicht tragbar. Wiso muss ich mich, in so eine tief gestöhrte geselschaft anpassen? Nein… Das kann nicht sein.

  15. Hallo Frau Boekhoff,
    durch eine Psychologische Betreuung habe ich erfahren, dass ich an ADHS leiden könnte.Vieles spricht dafür.ich bin durch mein Elternhaus sehr geprägt.Meine Eltern waren sehr arbeitsam und Hauptsache man hatte überhaupt Arbeit.Sie konnten sich in meiner Kindheit nicht um eine Förderung meiner Interessen kümmern und so habe ich auch schon mit 13 jahren neben der Schule gearbeitet was zu schlechten Noten fuehrte.Einen Ausbildungsplatz als Speditionskauffrau bekam ich trotzdem/obwohl mich der Job nicht interessierte..und blieb dort auchnoch 15 jahre bis zur Geburt meiner Tochter.Angst vor Veränderungen haben mich ebenfalls gehindert.Mein Chef hat mir nicht viel gezeigt alles was ich konnte was nur auf diesen Betrieb zugeschnitten.Ich bin ein leben lang sehr unsicher und falle immer auf die falschen Leute rein.Bin sehr gutmütig und chaotisch der dennoch in diesem Chaos für mich organisiert.Nun habe ich all diese schlechten Eigenschaften an meine Tochter weiter gegeben, diese ist jedoch top in der Schule toll organisiert und ihr passt meine Art überhaupt nicht. Sie reagiert sehr impulsiv und verletzend direkt macht nur ihren Kram und schaut links und rechts weg..Ich reagiere schnell über auch am aktuellen Arbeitsplatz.Ich bin Zeitungszustellerin.liebe diesen Job weil ich mich frei entfalten kann in meiner Organisation und Schnelligkeit.Ich fühlte mich zum ersten mal in meinem Leben anerkannt, denn durch meine Schnelligkeit und tolle Organisation habe ich eine tolles geld verdient mehr als im Büro und konnte für mich und meiner Tochter ein Haus kaufen und uns ein gutes Leben ermöglichen.Doch nun 2015 hatte ich einen Arbeitsunfall und die Fa. wurde umstrukturiert.Ich war zu teuer und der Unfall kam den „Bossen“ganz recht, auch weil ich jemand bin der sich nichts gefallen lässt und sich auch mal im Wort vergreift/auch beim Chef/weil ich weiss ich habe recht.Meine Abrechnungen stimmen nicht und ich habe nun vor dem Unfall ein Lohnklage laufen.DerArbeitgeber kündigte mir nach dem Arbeitsunfall/Kuendigungssschutzklage gewann ich aber.Nun ist dieses Kreisen, diese Angst wieder da, eben alles aus der Vergangenheit/diese Wertlosigkeit, diese unorganisierte,etc.Der Arbeitgeber gibt mir nicht mehr das Arbeitsvolumen wie vor dem Unfall/mehr als 50% Einkommenseinbusse. und so bin ich noch immer krank, obwohl ich diesen Job liebe nur weil ich mir nicht mehr weiter zu helfen weiss.Ich bin ein Opfer von Mobbing nur weil ich mir nicht alles gefallen lasse und die unrichtigen Abrechnungen bemängele muss ich weg.Mir geht es gesundheitlich /psychisch dadurch sehr schlecht.In der Firma ist keine gute Führungsebene,man redet nicht man wirft sofort raus und Ahnung haben die von oben „NULL“.ich habe 360.000 Zeitungen im Jahr verteilt als Vertretungszustellerin moechte mich aber nicht unterkriegen lassen doch wie verhalte ich mich richtig wenn ich zurück gehe ohne wieder abzudrehen.Moechte jedoch trotzdem meinen vorherigen durchschnittlichen Verdienst wieder erhalten obwohl man mir sagte das ich kein Volumen mehr bekommen?? ich muss ja dies wieder einklagen, also nur Ärger..Was anderes kann ich nicht machen, bin nicht fit am pc habe grosse Angst, kann mir Dinge die mich nicht interessieren nicht merken und habe Probleme mit solchen logischen Abläufen.Bin zum Glück in einer psychologischen Behandlung und meine Psychologin hatte genau vor Wochen durch einen test den Verdacht auf diese ADHS im Erwachsenenalter, für mich brach eine Welt zusammen.Ja ich habe Versagensängste und hatte mich in den 8 Jahren als Zeitungszustellerin zum ersten mal Wert geschätzt gefühlt bis der neue Chef kam der mich und meine Art nicht mochte und für den der Unfall eine Chance war mich loszuwerden, doch ich habe keine Kraft mehr obwohl ich den Arbeitsplatz gerne erhalten moechte habe ich wahnsinnige Angst, denn ich kann mich nicht richtig verhalten aufgrund meiner inneren Verletztheit was dort mit mir mutwillig gemacht wurde.Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und ein gesundes 2017

    1. Liebe Ulrike,
      vielen Dank für Ihre offenen Worte. Es ist gut, dass Sie eine Begleitung haben und ich wünsche Ihnen, dass 2017 für Sie neue Türen öffnet und neue Wege aufzeigt!
      Herzliche Grüße
      Birgit Boekhoff

  16. Hier Ratschläge an Menschen mit ADHS und ADS. Ein ADS und ADHS Mensch benötigt Arbeit die er selber ausführen kann, wo er maximale Freiheiten geniessen kann. Wo er nicht ständig kontrolliert wird, was er tut und ob er das richtig tut. Arbeit wo er seine eigene Kreativität einbringen kann..

    Dazu passend Musik, Malerei, Töpferei, Bücher schreiben usw. In diesen Berufsfeldern findet der ADS oder ADHS die meiste Erfüllung.

    1. „Arbeit die er selber ausführen kann, wo er maximale Freiheiten geniessen kann. Wo er nicht ständig kontrolliert wird, was er tut und ob er das richtig tut. Arbeit wo er seine eigene Kreativität einbringen kann.. “
      -> DAS haben Sie ganz zurecht auf den Punkt gebracht! Genau das ist die Voraussetzung, die ein Mensch mit ADHS braucht um langfristig an einem Arbeitsplatz zu bleiben, unabhängig von der Art der Tätigkeit. Ich behaupte sogar, dass dies wichtiger ist, als eine passende Tätigkeit selbst (wobei es immer besser ist, man hat einen Job, der zu einem passt).

  17. Hallo Frau Boekhoff,
    Ihr Artikel spricht mir aus der Seele. Unser Junior steht am Ende seine leider nicht sehr erfolgreichen Schulzeit. Jetzt geht es darum einen Beruf zu finden. Er hat vielfältige Interessen und Fähigkeiten aber auf Grund seiner schlechten Schulnoten hat er leider keine Möglichkeiten in seinen Wunschberuf einzusteigen. Wir sind jetzt auf der Suche nach dem Umweg, damit er trotz aller Widrigkeiten seinen Weg macht. Ihre Ausführungen bestätigen mich in meinem Bauchgefühl. Ich hoffe wir werden das richtige finden.

    1. Und was macht dein Sohn heute?? Bin auch grad dabei für meinen was zu finden. Alles was ich vorschlage lehnt er ab, Praktika gefallen ihm nicht was er bisher machte ..
      Es ist zum verzweifeln

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